Lichtbildvortrag: "Die Römer in Cannstatt - Ergebnisse neuerer Ausgrabungen"

01.10.2010 - 19:00
01.10.2010 - 20:30

Ort: Steiggemeindehaus, Altenburger Steige 20

PRESSETEXT (s. unten)

Vortrag Roemer

PRESSETEXT
Lichtbildvortrag: "Die Römer in Cannstatt - Ergebnisse neuerer Ausgrabungen"
Freitag 1.Oktober 2010 – 19:00 Uhr

Dort wo heute der Steigfriedhof, die Reiterkaserne und die Hallschlagsiedlung liegen, befand sich im zweiten und dritten Jahrhundert n.Chr. eine ausgedehnte römische Ansiedlung. In ihr lebten Händler, Handwerker und Militärangehörige aus allen Teilen des römischen Reiches.

Bad Cannstatt gehört zu den größeren, aber gleichzeitig auch am wenigsten bekannten Orten der Römerzeit in Baden-Württemberg: nach der Gründung eines über 3,5 Hektar großen Reiterkastells zur Überwachung des Neckarlimes entwickelte sich der Platz in den Jahren nach 100 n. Chr. zu einem der wichtigen Straßenknoten. Auch nach dem Abzug der Militärgarnison um 160 n.Chr. blieb Cannstatt dank seiner Lage an der Fernstraße von Mainz nach Augsburg und seiner Neckarbrücke ein zentraler Etappenort. Die Nutzung der reichen Mineralwasserquellen dürfte während der knapp zweihundert Jahre nachweisbaren antiken Besiedlung ebenfalls eine Rolle gespielt haben.
Soweit bekannt, gliederte sich das antike Cannstatt grob in den Bereich der Flussquerung, eine Bebauung an den weiter östlich gelegenen Mineralquellen und auf dem Plateau „Auf der Steig“ westlich des Neckars. Insbesondere die in der Talweite auf dem östlichen Flussufer gelegenen Bereiche der antiken Siedlung wurden bereits im Mittelalter durch die Altstadt Cannstatts überlagert. Erste, sehr sporadische Berichte über die römische Vergangenheit der Stadt stammen aus dem 16. Jahrhundert. Mit Beginn der Neuzeit wurden die auf dem westlichen Ufer gelegenen Areale überbaut. Detaillierte Meldungen über römischen Fundstellen auf dem Plateau oberhalb des Steilabsturzes zum Neckar liegen erst vom Ende des 19. bzw. vor allem dem frühem 20. Jh. vor. Die wissenschaftliche Beschäftigung mit dem römischen Bad Cannstatt endete 1959 in der Vorlage des großen Brandgräberfeldes „Auf der Steig“. Doch auch in den folgenden Jahrzehnten wurden in den römischen Siedlungsarealen immer wieder Rettungsgrabungen erforderlich. Dabei zeigte sich wiederholt, dass dank neuzeitlicher, bis zu mehreren Metern starken Planierungen und Auffüllungen gerade im Bereich des Hallschlags archäologisch interessante Sichten auch noch unterhalb der Kellerniveaus moderner Wohnbauten erhalten blieben. Auch aus diesem Grunde gehört der archäologische Denkmalbestand in Bad Cannstatt sicherlich zu den wertvollsten in der Region.

Anhand der Ergebnisse archäologischer Ausgrabungen aus den letzten Jahren gibt Dr. Andreas Thiel, Konservator in der archäologischen Denkmalpflege des Regierungspräsidiums, Einblicke in das Leben und die Bedeutung Cannstatts währen der Römerzeit.

»weitere Infos zur Stadtteilgeschichte im Hallschlag...